FamilienAllianz



Donnerstag, 14. November 2013

Ganztagesschule? Gedanken einer Mutter

Ein Gastbeitrag einer Mutter die in der Slowakei aufgewachsen ist


Zum Thema Ganztagsschule möchte ich mit Ihnen meine Gedanken teilen. Die Diskussion über die Ganztagsschule ließ mich immer wieder schmunzeln, da ich das Projekt bereits überholt fand. Wir wollen unseren Kindern die beste Bildung zukommen lassen, doch ein Mehr an Bildung allein bringt noch nicht den erwünschten Erfolg.

Bei der Einschulung  der Kinder achten wir darauf, dass es neben der kognitiven Reife auch die soziale Reife erreicht, und es ist nicht zu übersehen, dass Kinder aus intakten Familien einen gewissen Vorsprung genießen, da sie sich mit keinen existenziellen Sorgen auseinandersetzen müssen.  Kinder ohne Ängste und Sorgen lernen leichter.

Ich meine, dass unsere Kinder neben der Bildung, die sich im Kopf abspielt auch ein warmes Nest brauchen, in dem sie sich sicher fühlen und wo sie sich zurückziehen können, wenn die Spannungen der Welt, in denen sie sich behaupten müssen, zu groß werden.  Ohne diese Basis bewirkt auch das beste Bildungsprogramm nichts, denn Stress ist ein Hemmungsfaktor im Lernprozess.  Ich sehe die Herausforderung eher darin, den Schülern einen ruhigen und individuellen Nachmittag zu ermöglichen, als sie „zu beschäftigen“. Oft können sie erst durch Langeweile kreativ werden und richtig abschalten. Manche Kinder können von der Ganztagsschule profitieren, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt auch Kinder, die froh sind, wenn sie nach der Schule endlich nach Hause kommen. Dazu kommt auch noch, dass die Schule den einzelnen Talenten der Kinder und ihrer Erholung nie gerecht werden kann, da sie nicht auf jeden einzeln eingehen kann. Nicht zu sprechen von Mobbing…

Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der die Menschen ihre eigene Meinung haben und bereit sind diese auch auszusprechen. Das will in jedem Alter geübt werden und meiner Meinung nach ist die Familie ein besonders geeigneter Ort, in dem unsere Kinder reifen können. Sie eignen sich nicht nur Wissen an, sondern auch soziale Fertigkeiten, wie Empathie, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein…. Sie können sich zu individuellen Persönlichkeiten entwickeln.

Dagegen könnte man einwenden, dass es diese Ruhe in den Familien längst nicht mehr gibt, weil die Eltern berufstätig sind und auch selber  in der Spannung zwischen Familie und Beruf stehen. Leider, aber es gibt auch viele Familien, die noch für ihre Kinder da sein wollen und ich finde es schade, wenn man ihnen diese Möglichkeit nimmt. Ich würde meinen, dass man Ganztagsschule jenen anbieten kann, die sie brauchen, aber niemandem aufzwingen sollte. Ganztagsschulen hatte es bereits im Kommunismus gegeben, um den Kindern eine professionelle Betreuung zukommen zu lassen, während die Eltern fleißig gearbeitet haben. Heute weiß man, dass hier das Volk gefügig gemacht worden ist, damit es sich leichter regieren lässt. Es war eins der Puzzlesteine einer durchdachten Ideologie.  Ich bin gebürtige Slowakin und es wundert mich immer mehr, dass hier in Österreich diese Art von Schule freiwillig (!) befürwortet wird. Österreich war doch längst weiter vorne. Ich mache mir Sorgen um unsere Kinder und wünsche mir für sie eine Zukunft in Freiheit.


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