FamilienAllianz



Sonntag, 9. März 2014

Unsere Kirche wird kleiner – oder: Am Anfang war die Verhütung ?



Nun sind die Umfragebögen  - ob original oder zurechtfrisiert –  im deutschsprachigen Raum ausgewertet. Das Ergebnis überrascht nicht, zeigt es nun schwarz auf weiß, was seit vielen Jahren Realität ist: In seiner Einstellung und seinem Verhalten  bei den Themen Sexualmoral und Praxis unterscheidet sich der Katholik kaum von der übrigen Bevölkerung.

Warum ist das so? Wurde die katholische Lehre nicht angenommen, oder ist sie nicht lebbar? Das sind die Fragen, die sich stellen.

Einige Kommentare geben den Grund der Gottesferne an – nur die Berührung mit dem lebendigen Gott kann die Ohren  und das Herz öffnen für die Lehre. Nachdem der Kirchenbesuch seit Jahrzehnten dramatisch eingebrochen ist, werden immer weniger Menschen Jesus Christus begegnen können. Und somit werden sie auch in ihrem Leben leider kaum etwas von der Lehre der katholischen Kirche, diesem großen Schatz, erfahren.

Warum haben so viele Menschen aufgehört in die Kirche zu gehen? Da gibt es sicher viele Versuche einer Antwort. Wohlstand, steigende Freizeitangebote und weltliche Ablenkung sind nur einige davon. 
Der Grund, den ich für den maßgeblichsten halte, ist folgender: Als Mensch sind wir eine Einheit von Körper und Geistseele. Wir sind also unser Körper, und nicht, wir haben einen Körper. Daher wird das, was ich mit meinem Körper mache, immer auch Auswirkungen auf meine Geistseele haben und umgekehrt. Wenn ich mir einen traurigen Film ansehe, werde ich traurig das Kino verlassen. Wenn ich mit meinem Körper sorgfältig umgehe, und ihn „rein“ halte, werde ich mit „reinem Blick“ meine Mitmenschen betrachten können.
Was passiert nun, wenn ich verhüte? Ich manipuliere meinen Körper chemisch oder technisch, ich bin nun derjenige, der über die Fruchtbarkeit entscheidet. Nachdem nun aber die Fruchtbarkeit etwas ganz grundlegend Wichtiges ist, das Gott in unseren Körper hineingelegt hat, um die erste und wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich die Offenheit für Nachkommenschaft, mache ich mich selbst zum Herrn über diese, unsere ureigenste Aufgabe. Ich mache meinen Körper unfruchtbar und durchtrenne das Band zum göttlichen Auftrag.  Ich mißtraue Gott, dass er es gut mit mir meint. Ich setze mich selbst auf den Thron. 

Anders ist es wenn ich nicht verhüte: Ich ordne mich der Schöpfung unter, indem ich die fruchtbaren und unfruchtbaren Zeiten im Zyklus der Frau anerkenne. Somit verneige ich mich vor dem Schöpfer und er, der Herr, bleibt auf dem Thron.  „Die Liebe hat eine heilige Ordnung“ sagt Kardinal Schönborn.  Wenn ich diese Ordnung einhalte und mich an den fruchtbaren Tagen enthalte, dann kann ich mich bei anderen Dingen auch leichter  unterordnen. Ich werde zb. die Gebote Gottes und die der Kirche besser verstehen und leben lernen. Ich werde die Lehre der Kirche  annehmen können.  Das ist Theologie des Leibes in ihrer Reinheit. Alles was ich mit meinem Körper mache, hat Auswirkungen auf meine Geistseele.

Umgekehrt wird ist es, wenn ich selbst auf dem Thron sitze – dann werde ich Schwierigkeiten haben, der Lehre der Kirche zuzuhören, sie in ihrer Tiefe zu erfassen, und Verständnis für die Fehler der Glieder der Kirche aufbringen. Mein Blick wird trüb werden. Es kommt zu einer Gottesferne. Die Folge ist, dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen um sich vom leisen Wort Gottes berühren zu lassen. 
Papst Paul VI hat das alles visionär vorausgesehen. Seine Enzyklika Humanae Vitae wurde von den österreichischen und deutschen Bischöfen durch eigene Erklärungen  (Mariatrost und Königstein) quasi neutralisiert. Solange diese Erklärungen nicht berichtigt bzw. zurückgenommen werden und damit der Gehorsam gegenüber dem Lehramt und der Tradition wieder hergestellt wird, wird sich die Kirche nicht erholen. Denn Gehorsam schützt vor den fatalen Folgen der Unwissenheit. Das vielgerühmte Gewissen, auf das sich diese Bischofserklärungen berufen,  wurde leider nie geschult. Es hätte auch niemand zugehört. Am Anfang war die Verhütung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen