FamilienAllianz



Donnerstag, 23. April 2015

"Körperkompetenz und sexuelle Vielfalt“ – Anmerkungen einer Mutter zum Erlassentwurf



Im letzten Herbst ließ die Ankündigung von Frau Minister Heinisch – Hosek, sie wolle die Rahmenbedingungen zur Sexualerziehung den europäischen Standards anpassen, unsere Elternohren aufhorchen, und kurz vor Ostern war es dann soweit. Ein „Expertenteam“ hatte einen Entwurf zum Grundsatzerlass ausgearbeitet und zur Stellungnahme versendet.  Wenn man die Osterwoche wegrechnet, hatten die Adressaten ganze 8 (!) Tage Zeit, Stellung zu nehmen.  Auf der ersten Seite des Entwurfes bereits wird klar, woher der Wind weht:
Dieser beruft sich auf Dokumente der WHO und der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der UN und der International  Planned Parenthood Federation (IPPF). Dieselben Standards, die Eltern seit Monaten in Deutschland auf die Straßen treiben, sollten nun auch Kinder  in Österreich frühsexualisieren? Soll man auf den Nimbus der Internationalität dieser Organisationen hereinfallen,  zb. der IPPF als eine der weltweit größten Abtreibungsorganisationen? Waren das nun die „kindgerechten Antworten“ die die Ministerin angekündigt hatte?
Die von den genannten Organisationen entwickelten Rahmenrichtlinien für die Sexualerziehung - die in Österreich keinerlei Rechtsverbindlichkeit haben - stehen einseitig für Genderismus und die berüchtigte „Sexualpädagogik der Vielfalt“, bei der alle Lebensformen und sexuellen Gewohnheiten gleichwertig dargestellt werden. Die Begriffe “Liebe” und “Familie” als Garanten für die von Jugendlichen immer häufiger gewünschten, langanhaltenden Partnerschaften mit Kindern, kommen im Entwurf gar nicht mehr vor. Unter einer täuschend harmlosen, vordergründig ausgewogenen, aber völlig unverständlichen Sprache verbirgt sich wahre Sprengkraft. Die Schule, so erfährt man, habe nicht die Aufgabe, Werte und sittliche Normen zu vermitteln, sondern Kinder sollten eigene Wertvorstellungen über „Fähigkeiten und Fertigkeiten“ entwickeln.  Was genau kann das bedeuten?  Sexkoffer und Handschellen erscheinen einem da vor dem geistigen Auge - glauben die Verfasser dieser  Pädagogik, dass sich Eltern so leicht hinter das Licht führen lassen, nach alldem was wir aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz bereits hinlänglich wissen? Vor diesem Hintergrund wirft auch der Begriff der “Körperkompetenz” die Frage auf, was genau damit gemeint sei. Wie in anderen Ländern beobachtet werden konnte, dürfte  Körperkompetenz vor allem das praktische Erforschen des eigenen und fremden Körpers bedeuten. Wenn Erwachsene Kinder zu sexuellen Handlungen auffordern, spricht das Gesetz von Kindesmissbrauch.  Die Grenzen von Schamgefühl und Intimität werden verletzt - vom Staat gewollt und gebilligt! Weiters sollten Eltern nicht mehr selbst die zentrale Erziehungsverantwortung tragen, sondern  die Schule und damit der Staat, was in Gegensatz zu geltenden Gesetzen steht.  Diese und noch viele weitere Kritikpunkte am Entwurf zur Sexualerziehung lassen uns Eltern erschauern – wird es uns gelingen, möglichst viele  Eltern zum Widerstand zu mobilisieren um dieses trojanische  Pferd abzuwenden? Einen kleinen, aber hoffungsvollen Unterschied gibt es: anders als in Deutschland haben nun bereits einige Tageszeitungen in ungewohnt skeptischer Weise über das Thema berichtet. Ist das die Frucht der tapferen Demos aus anderen Ländern Europas? Schön wäre es, wenn man hierzulande begriffen hätte, dass es hier um einen neuen Ansatz geht, nämlich um den Schutz unserer Kinder, über alle parteilichen und konfessionellen Grenzen hinweg.   

Leni Kesselstatt 

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