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7 Gedanken zur künstlichen Befruchtung – auch durch gleichgeschlechtliche Paare


        

7 Gedanken zur künstlichen Befruchtungauch durch gleichgeschlechtliche Paare (anlässlich des Entwurfs zur Liberalisierung des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes im November 2014)


1.    Wohl des Kindes:
Bisher durften aus medizinischen Gründen nur ungewollt kinderlose Paare (Mann und Frau) eine künstliche Befruchtung durchführen. In der Diskussion wurde ein Ende der „Diskriminierung“ lesbischer Paare gefordert. 
  • Ist dieses „Recht auf ein Kind“ nicht aber in Widerspruch mit dem Recht des Kindes auf Vater und Mutter?  „Kinder dürfen nicht zum Konsumgut degradiert werden, das der Selbstverwirklichung von Erwachsenen dient. Das Kind hat das Recht, nicht das perfekte Produkt eines künstlichen Prozesses zu sein, und vor allem hat es das Recht auf einen Vater und eine Mutter, so wie die Natur es vorgibt. Ihnen diese Rechte von vornherein zu verwehren ist unmenschlich und egoistisch.“ 
  •  Es wird oft argumentiert, dass alleinerziehende Frauen oder Witwen doch auch alleine seien. Diese Form des Fehlens eines Elternteiles kann vom Kind jedoch betrauert und konstruktiv bearbeitet werden. Das Kind gleichgeschlechtlicher ›Eltern‹ muss einen Elternteil von vornherein entbehren. Von nun an werden diese traurigen Kinderschicksale zwecks Gleichstellung von sexuellen Präferenzen vorsätzlich herbeigeführt − ein grausames Novum in der Geschichte der Menschheit.
  • Aus Kindessicht stellt sich die Frage: Bietet man diesen Kindern gleiche Chancen, wenn sie ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach ihren Wurzeln sind? Es ist eine bewusste Herbeiführung von Identitätsproblemen der Kinder. Jeder Mensch will eine Identität! Nicht ohne Grund sichert Artikel 7 der UN-Kinderrechtskonvention Kindern das Recht, ihre Eltern nicht nur zu kennen, sondern möglichst auch von ihnen betreut zu werden.
2.    Recht des Kindes auf den gegengeschlechtlichen Elternteil (Quelle):
Es gibt einen großen Unterschied, wie Vater oder Mutter erziehen, darüber kann jeder Vater oder Mutter berichten. Beide Zugänge sind für das Kind eine Bereicherung. Die Fähigkeit, sich um Kinder kümmern zu können, ist unabhängig vom Geschlecht. Aber ein Kind hat immer nur einen männlichen Vater und eine weibliche Mutter.
  • Kinder lernen am gleichgeschlechtlichen Elternteil, was es heißt, Mann oder Frau zu sein. Aber sie brauchen auch den gegengeschlechtlichen, um in der Familie den Umgang mit dieser anderen „Sorte Mensch“ zu erlernen.
  • Die sozialwissenschaftliche Forschung belegt eindeutig, dass Mutter und Vater geschlechtsabhängig Verschiedenes und einander Ergänzendes in die Beziehung zum Kind einbringen. Vater- und Mutterentbehrung hat negative, oft das ganze Leben der Kinder belastende Folgen
  • Ein Kind, das in dem Bewusstsein aufwächst, seine beiden Eltern seien zwei Frauen oder zwei Männer, wird in seinem Wissen um seinen zweigeschlechtlichen Ursprung manipuliert. Das kann sich negativ auf seine Identitätsbildung auswirken.
3.    Radikaler Paradigmenwechsel
Fortpflanzungsmedizin ist Therapie, nicht beliebiges Wunschprogramm. Die Durchführung reproduktionsmedizinischer Maßnahmen bei homosexuellen Paaren ist daher nicht als therapeutische (nur Behandlung echter Unfruchtbarkeit), sondern vielmehr als „wunscherfüllende Medizin“ zu werten, die die besondere Berücksichtigung der Interessen Dritter, d.h. der Kinder, rechtfertigt.
  • Die Öffnung der künstlichen Befruchtung für homosexuelle Paare, die zu einer Fortpflanzung auf natürlichem Weg gar nicht in der Lage sind, bedeutet einen radikalen Paradigmenwechsel.
4.    Trennung von genetischer und sozialer Elternschaft:
Durch die nun gesetzlich vorgesehene Möglichkeit der Fremdsamenspende und der Eizellspende (auch bei heterosexuellen Paaren) werden die genetische und soziale Elternschaft bewusst getrennt. Kinder haben erst ab dem 14. Lebensjahr das Recht, ihre wahren genetischen Eltern zu erfahren.
  • Es ist davon auszugehen, dass diese Suche nach Herkunft und Identität in der sensiblen Phase des Erwachsenwerdens für die betroffenen Jugendlichen zu Problemen führen wird. Wollen wir in Österreich diese vorhersehbaren Probleme und schwierigen familiären Konstellationen, die es leider auch so häufig gibt, bewusst in Kauf nehmen? Die Folgen für die nächste Generation sind nicht absehbar.                                   
5.    Problematik der Eizellspende:
Die auch international umstrittene Eizellspende geht im Ergebnis zulasten der Frau. Zur Eizellspende muss die Spenderin hormonell stark stimuliert werden, was den Körper stark belasten kann.
  • Obwohl es dazu noch keine aussagekräftige Studie gibt, besteht zunehmend der Verdacht, dass dies zu einer Krebserkrankung am Eierstock führen kann.
  • Eine umfassende und objektive Information der jungen Frauen ist hier unverzichtbar, sowie eine Trennung des informierenden Arztes und des zur Gewinnung der Eizellen behandelnden Arztes! Dies sieht der Gesetzesentwurf jedoch nicht vor.
  • Junge Frauen könnten zunehmend unter Druck geraten, sich dieser intensiven Prozedur der Eizellgewinnung zu unterziehen. Daran sind auch handfeste wirtschaftliche Interessen der Reproduktionsmedizin geknüpft. Oder auch jene möglicher Arbeitgeber: Noch ist das sogenannte „social egg freezing“ zwar gesetzlich nicht erlaubt und von diesem Entwurf auch nicht erfasst, doch befürwortende Stimmen gibt es auch in Österreich bereits.
6.    Selektion von ungeborenen Kindern (PID):
Gerade die Präimplantationsdiagnostik (PID), also die Untersuchung von Embryonen auf Krankheiten vor ihrer Einpflanzung in den Körper der Frau im Zuge der In-Vitro-Fertilisation, birgt die Gefahr der Diskriminierung von behinderten Kindern und zeigt deutlich, dass diese Menschen im frühesten Entwicklungsstadium nur als Produkt gesehen werden, mit dem nach Belieben umgegangen werden kann.

7.    Problematik der künstlichen Befruchtung insgesamt (IVF – In vitro Fertilisation) ( Quelle: Imabe)  :
  • Die anteilsmäßige Zahl der Geburten, die „Baby-Take-Home-Rate“ der durch IVF erzeugten Kinder befindet sich bei (nur!) rund 15 Prozent. Das jedoch vor allem deshalb, weil ein weltweiter Markt der Reproduktionsindustrie besteht, der nach Regeln einer „gewinnbringenden Industrie“ funktioniert, wie die Arbeitsgruppe um Esme Kamphuis vom Zentrum für Reproduktionsmedizin an der Universität Amsterdam kritisiert.
  • Die ursprünglich strenge Indikation für IVF – bei Erkrankungen des Eileiters – wurde inzwischen durch ein breites Indikationsspektrum ausgedehnt. Dazu zählt allen voran die „ungeklärte Unfruchtbarkeit“, die dazu beigetragen hat, dass IVF um 30% angestiegen ist. Laut Kamphuis und Kollegen deuten diese Zahlen auf eine zu häufige und zu frühe Intervention.
  • Ärzte dürfen die Indikation für eine IVF nicht leichtfertig stellen, mahnen deshalb die Wissenschaftler. Angesichts der Entwicklungen einer Reproduktionsindustrie, die gewinnorientiert eine sofortige Schwangerschaft oder ein Kind verspricht, orten die Mediziner einen „Mangel an Willen“, über die Nebenwirkungen aufzuklären. Es sei heute bekannt – aber kaum kommuniziert – dass IVF sowohl bei Müttern als auch Kindern zu Komplikationen führen kann.
  •  Erst kürzlich hatte Großbritannien vor Gesundheitsrisiken bei IVF-Kindern gewarnt (hier). Bereits 2012 hatten Autoren im New England Journal of Medicine eine kritische Begleitung der assistierten Reproduktion (ART) eingemahnt. Im Reproductive BioMedicine Online hatten die Autorinnen angeprangert, dass man es bei der Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von ART am Menschen nicht immer so genau nehme  – mit gravierenden ethischen und klinischen Folgen.

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