Im Zuge der österreichischen Budgetkonsolidierung geraten familienpolitische Leistungen zunehmend unter Druck. Familienverbände, FPÖ und Zivilgesellschaft schlagen Alarm.

Im März 2026 empfahl der Fiskalrat,  den Familienbonus Plus abzuschaffen. Das unabhängige Beratungsgremium sieht hier nämlich ein erhebliches Einsparungspotenzial: Laut Berechnungen würde eine ersatzlose Streichung des Familienbonus Plus dem Staatshaushalt knapp zwei Milliarden Euro einbringen. Der Familienbonus Plus ist derzeit ein direkter Steuerabsetzbetrag von 2.000 Euro jährlich pro minderjährigem Kind (unter 18) bzw. 700 Euro für volljährige Kinder (18 plus) — Beträge, die seit 2024 unverändert gelten.

Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) verkündete im Rahmen der vorläufigen Budget-Einigung, dass der Familienbonus für erwerbstätige Eltern in voller Höhe erhalten bleibt, sofern beide Elternteile berufstätig sind. Gleichzeitig gab Bauer bekannt, dass Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Schulstartgeld nach 2025 auch 2026, 2027 und 2028 nicht an die Inflation angepasst werden. Dabei wäre eine Inflationsanpassung der Sozialleistungen für Familien bitter nötig.

Mehr Frauen in Vollbeschäftigung bringen

Bis zum 4. Geburtstag bleibt alles unverändert. Aber danach wird ein Viertel des Gehaltes des schlechter verdienenden Elternteils (meist ist das die Mutter) als Bemessungsgrundlage herangezogen. Damit soll bewirkt werden, dass mehr Frauen statt Teilzeit Vollzeit arbeiten. Als Gegenleistung sollen in den kommenden beiden Jahren jeweils 300 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur fließen. Mit dieser Familienpolitik werden Mütter in die Wirtschaft und Kinder in Kindergärten und Ganztagsschulen getrieben. Schade dass es seitens der Politik niemals eine andere Lösung gibt als immer mehr Fremdbetreuung!

Der Wegfall des Familienbonus wäre ein weiterer Schritt im aktuellen Sparkurs, der zulasten des Mittelstands geht – insbesondere jene Familien, die bereits aufgrund von Kinderbetreuungspflichten finanziell belastet sind. Für Alleinverdiener-Haushalte, in denen ein Elternteil die Kinderbetreuung übernimmt, sind noch Änderungen im Gespräch.

Die FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger spricht von einem „sozialpolitischen Skandal“ und wirft der schwarz-rot-pinken Regierung vor, ausgerechnet bei Kindern und Familien zu kürzen, während Ausgaben für Migration, Klimaprojekte und EU-Umverteilung unangetastet blieben. Die FPÖ fordert einen sofortigen Stopp aller Kürzungspläne im Familienbereich.

Die österreichischen Familienverbände reagieren mit scharfer Kritik. „Familien droht damit ein realer finanzieller Verlust, weil die Lebenshaltungskosten steigen“, sagt Peter Mender, der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs. Guntram Bechtold, Obmann des Vorarlberger Familienverbands, bezeichnet eine mögliche Abschaffung des Familienbonus als „direkten Angriff auf die finanzielle Situation von Familien“ und warnt vor einem fatalen familienpolitischen Signal. Die Verbände fordern den Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender Leistungen und begrüßen, dass sich Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) klar für den Familienbonus ausgesprochen hat.

 Ergänzung: Solange die Familienbeihilfe (auch erhöht) bezogen wird, besteht der Anspruch auf Familienbonus Plus uneingeschränkt. 

Weiterführende Links:

Hände weg vom Familienbonus! – Vorarlberger Familienverband

Kürzungen: Regierung setzt Sparstift bei Familien an | exxpress

Wer bei Familien kürzt, spart an Zukunft unseres Landes | Freiheitliche Partei Österreichs

DAS ändert sich jetzt beim Familienbonus – oe24.at

Familienbonus Plus 2026 für Österreich – finfo.at

photo: pixabay

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