Das momentan heftig diskutierte Verbot von gewissen Social Media Plattformen für Kinder und Jugendliche wird bereits parlamentarisch vorbereitet. Die SPÖ unter Andreas Babler will das Verbot noch vor dem Sommer beschließen. Medien bringen Schlagzeilen wie schlecht der Handykonsum für Kinder ist, ein gewisser Druck, gepaart mit Panik, scheint gerade aufgebaut zu werden.

Verantwortliche Eltern wissen schon lange, dass übertriebener Handygebrauch schädlich ist für Entwicklung, Sehvermögen und soziale Faktoren (Suchtgefahr, Vereinsamungsgefahr… ). Warum plötzlich dieser Druck? In ganz Europa wird das Thema gerade diskutiert, in Österreich ist man aber besonders konsequent damit. Erinnern wir uns zurück an die letzten Covidjahre: Das war der größte Schaden (zb. Entwicklungsverzögerung, Vereinsamung, Depressionen, Suchtverhalten, immer in Zusammenhang mit zu viel Internetzeiten) an Kindern, hat aber keine großen Schlagzeilen gemacht.

Ausweispflicht und Datenschutz

Man sollte bedenken: Die großen Player in den Social Media Foren (Tic Toc, X..) werden sich sicher nicht ihre besten Kunden freiwillig nehmen lassen. Also geht es um etwas anderes: Kaum jemand fragt, wie man dieses Verbot kontrollieren wird? Wie wird kontrolliert, dass man 16 (oder sogar 14) Jahre alt ist? Um zu beweisen, dass man kein Kind ist, wird man sich bei jeder Anmeldung mit dem digitalen Ausweis (ID Austria) oder biometrischen Daten legitimieren müssen. Für Erwachsene bedeutet das auch, daß jeder Klick, jeder Kommentar und jede Interaktion ab sofort zweifelsfrei einer realen Person zuzuordnen ist. Und WER diese Daten sammelt ist unklar, womöglich die Techgiganten? Das alles bedeutet einen großen Schritt in Richtung (Meinungs-) Kontrolle und einen  Klarnamenzwang durch die Hintertür.  Es wäre aber umgekehrt sehr einfach – so Fachleute – für den Staat, unpassende Inhalte für Kinder von vornherein zu filtern.

Das Recht auf Bildungs- und Meinungsfreiheit wird beschränkt

Ebenso kritisch gesehen wird das dadurch beschränkte Recht der Kinder auf Meinungs- und Bildungsfreiheit. Kinder dürfen in Österreich ab 16 wählen, politische Bildung und politischer Wahlkampf wird heute mehr denn je auf Social Media geführt. Wenn sich Jugendliche jedoch davor nur über „erlaubte“ Medien informieren können, kommt das nicht einer einseitigen Informationsmöglichkeit gleich?  Das Internet ist nicht per se eine Gefahr für Kinder, sie können sich dort auch gute Informationen  holen und es ist ein wichtiger Teil um mit ihren Freunden im Kontakt zu bleiben.

Der Staat übernimmt Aufgabe der Eltern

Es geht also wieder einmal auch darum, dass der Staat bestimmt – und nicht wir Eltern – was für unsere Kinder gut oder schlecht ist. Es ist ein großer Einschnitt, denn es geht um unsere Freiheit! Natürlich gibt es Eltern die verantwortungslos bei diesem Thema sind. Das Problem ist aber,  dass ALLE, auch jene Eltern bevormundet werden, die solche persönlichen Themen SELBST für ihr Kind entscheiden wollen: Sie wollen ihren Kindern selbst eine gewisse Eigenverantwortlichkeit und einen vernünftigen Umgang mit den Medien beibringen und sich diese erzieherische  Aufgabe nicht nehmen lassen. Abgesehen davon finden Kinder sehr schnell heraus, wie man solche Verbote umgehen kann, wie wir wissen. Übrigens: Sind dann die Eltern haftbar? Denn man spricht ja bei Mißachtung auch von Strafen…

Diese Entscheidung  hat wohl sehr wenig mit Kinderschutz zu tun, sondern viel mehr mit Meinungseinschränkung und Datenkontrolle. Bitte lesen Sie dazu auch kritische Artikel und Kommentare und bilden Sie sich Ihre Meinung! Und: Bedenken Sie Ihren eigenen Handykonsum. Ein gutes Vorbild zu sein ist wohl die beste aller Erziehungsmethoden!

Social-Media-Verbot: Datenschützer warnen vor „Ende des freien Internets“ – Inland – derStandard.at › Inland

Baden-Württemberg: Social-Media-Verbot unter 14 Jahren? Das sagen Eltern und Schüler in BW | tagesschau.de

Verbot von Social Media: Warum Altersbegrenzungen Unsinn sind

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner